Der Sound ist mehr als Garnitur

Ist in einem Audiostück von einem singenden Vogel die Rede und dann hört man sogleich einen, sträuben sich bei Brendan Baker die Nackenhaare. Der Sounddesigner und Produzent des Podcasts „Love+Radio“ und Berater von vielen anderen Top-Produktionen hat immer das Ziel, „solchen Didaktizismus zu vermeiden.“

Ende September hat er dies in Potsdam am MIZ Radio Innovation Day an einem Workshop eindrücklich betont. Der Sound sei eng mit dem Text verknüpft, beides bedinge einander: „Der Sound ist eine Erweiterung des Textes.“

Anhand eines Hörbeispiels machte Brendan Baker deutlich, dass der gleiche O-Ton-Track mit drei unterschiedlichen Soundteppichen jeweils beim Publikum drei verschiedene Interpretationen auslöst – der Sound steuert die Emotionen der Geschichte zentral mit.

Sound sei nicht die Schokostreusel-Garnitur, sondern integraler Teil eines Kuchens. „Der Sound muss einem Konzept folgen.“ Immer müsse man dabei experimentieren und Feedback einholen. Jeder und jede höre den Sound wieder auf eine andere Art – und empfinde dabei oft unterschiedliche Emotionen.

Wer sich fürs Technische interessiert: Brendan Baker schwört auf die Audio-Software Reaper. Wenn ein Fachmann und preisgekrönter Sounddesigner wie er so etwas sagt, lohnt sich ein Versuch. Es gibt also noch eine weitere Variante neben Hindenburg, Audacity und Konsorten.